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3D-Druck-Beratung: Wie wir in 6 Schritten analysieren, welche Teile Ihr Unternehmen selbst drucken sollte
Beratung12 min

3D-Druck-Beratung: Wie wir in 6 Schritten analysieren, welche Teile Ihr Unternehmen selbst drucken sollte

15. Juni 2026BFI 3D Redaktion12 min

Wie eine systematische 3D-Druck-Analyse aussieht: Von der Bauteilsichtung über Materialauswahl und Verfahrenswahl bis zur ROI-Berechnung — der vollständige Beratungsprozess erklärt.

In deutschen Industrieunternehmen schlummert ein riesiges Einsparpotenzial: Die Teile, die heute für 50–500 € pro Stück zugekauft werden, lassen sich oft für 3–15 € intern drucken. Die Herausforderung ist nicht die Technologie — die ist längst praxisreif — sondern das systematische Identifizieren der richtigen Bauteile und das Auswählen des optimalen Verfahrens. Genau das ist unser Beratungsansatz bei BFI 3D.

3D-Druck Beratung bei BFI 3D Nürnberg — Analyse von Bauteilen und Druckverfahren
3D-Druck Beratung bei BFI 3D Nürnberg — Analyse von Bauteilen und Druckverfahren

Schritt 1: Bauteil-Screening — Welche Teile kommen für den 3D-Druck in Frage?

Nicht jedes Teil lässt sich wirtschaftlich drucken. Spritzguss-Massenteile (>10.000 Stück/Jahr) schlagen 3D-Druck fast immer in den Kosten. Aber es gibt klare Gewinner:

Ideal für 3D-Druck:

  • Jigs & Fixtures: Montagehilfen, Prüflehren, Einspannvorrichtungen — oft für 3–15 € statt 150–600 €
  • Ersatzteile für veraltete Maschinen: Lieferant nicht mehr verfügbar oder 6-Wochen-Lieferzeit?
  • Prototypen: Von der CAD-Datei zum funktionalen Prototyp in 24 Stunden
  • Kleinserien bis 500 Stück/Jahr: Spritzguss-Werkzeugkosten (15.000–80.000 €) entfallen
  • Individuelle Teile: Patientenspezifische Implantate, Sonderanfertigungen

Weniger geeignet:

  • Standardteile in Massenfertigung (>5.000 Stück/Jahr)
  • Teile mit sehr engen Toleranzen unter 0,05 mm (außer mit Nachbearbeitung)
  • Reine Metallteile (FDM-Metall ist noch eine Nische)

In einem typischen Screening bei einem mittelständischen Maschinenbauer finden wir 15–40 Teile, die sich sofort lohnen.

Schritt 2: Verfahrensauswahl — FDM, SLA, SLS oder Carbonfaser?

Die Verfahrenswahl bestimmt Qualität, Materialkosten und Investition. Hier ein klarer Überblick:

FDM — Fused Deposition Modeling

Für wen: Maschinenbau, Automotive, Luft- & Raumfahrt Stärken: Größte Materialauswahl, große Bauvolumina, niedrige Materialkosten Schwächen: Sichtbare Schichten, anisotrope Eigenschaften

Unsere FDM-Empfehlungen:

  • CreatBot D600 Pro3 HS (620×620×620 mm, 300 mm/s): Nr. 1 für Großformat-Industriedruck
  • Intamsys FUNMAT PRO 310 NEO (ab 8.000 €): Industrieller PEEK/PEI-Druck für Medizin & Aerospace
  • CreatBot PEEK-300 (ab 14.000 €): Hochtemperatur bis 500°C Düse

SLA — Stereolithografie

Für wen: Dental, Schmuck, Feinmechanik, Design Stärken: Höchste Auflösung (50 µm), glatte Oberflächen, viele Spezialresins Schwächen: Langsamer als FDM, empfindlicher

Unsere SLA-Empfehlungen:

  • Formlabs Form 4 (ab 2.625 €): Schnellster Desktop-SLA, 80+ Materialien
  • DWS XCELL 900Q: Industrielle Serienproduktion für Schmuck & Dental

SLS — Selektives Lasersintern

Für wen: Serienproduktion, Funktionsteile, komplexe Geometrien Stärken: Keine Stützstrukturen, isotrope Eigenschaften, Serie möglich Schwächen: Höhere Investition, Pulverhandling

Unsere SLS-Empfehlungen:

  • Formlabs Fuse 1+ (ab 18.499 €): Bürogeeignetes SLS-Ecosystem
  • Formlabs Fuse X1 (ab 72.499 €): Industrielle Serienproduktion, 7,5× mehr Volumen

Continuous Fiber — Carbon, Kevlar, Glasfaser

Für wen: Leichtbau, Robotik, Drohnen, Aerospace Stärken: Aluminium-Festigkeit bei Kunststoff-Gewicht (bis 800 MPa Zugfestigkeit) Schwächen: Spezialisiertes System, höhere Materialkosten

  • CFSYS A500 (ab 10.000 €): Erste bürogeeignete Endlos-CF-Lösung

Schritt 3: Materialauswahl — Welches Material für welche Anforderung?

Die Materialwahl ist entscheidend — und oft der komplexeste Schritt. Hier unsere Entscheidungsmatrix:

| Anforderung | Empfohlenes Material | Typischer Drucker | |---|---|---| | Standard-Prototyp | PLA, PETG | FDM beliebig | | UV-beständig, Außeneinsatz | ASA | FDM beliebig | | Hitze bis 150°C | PC, ABS | FDM mit Kammer | | Flexibel, gummiartig | TPU 95A | FDM beliebig | | Hochpräzise Oberfläche | SLA Standard Resin | Formlabs Form 4 | | Dental, biokompatibel | Dental Resin | Formlabs Form 4/4B | | PEEK, Medizin & Aerospace | PEEK, PEI 9085 | Intamsys / CreatBot | | Leichtbau, Aluminium-Festigkeit | Endlos-Carbon | CFSYS A500 | | Nylon-Serienteile | PA12, PA11 | Formlabs Fuse 1+/X1 |

Schritt 4: Wirtschaftlichkeitsanalyse — Konkrete Zahlen

Jede Investition muss sich rechnen. Hier zwei reale Berechnungsbeispiele:

Beispiel A: Automobilzulieferer — Jig-Produktion

Ausgangssituation:

  • 3 verschiedene Montage-Jigs, je 15 Stück/Jahr
  • Bisheriger Einkaufspreis: 380 €/Stück
  • Jährliche Kosten: 45 × 380 € = 17.100 €/Jahr

Mit CreatBot F430 NX (Investition: ca. 8.000 €):

  • Materialkosten: 8 €/Stück × 45 = 360 €/Jahr
  • Betriebskosten (Strom, Wartung): 120 €/Monat = 1.440 €/Jahr
  • Gesamtkosten: 1.800 €/Jahr
  • Ersparnis: 15.300 €/Jahr → Amortisation in 6–7 Monaten

Beispiel B: Medizintechnik-Hersteller — PEEK-Instrumente

Ausgangssituation:

  • Autoklavierbare Führungsschienen aus PEEK
  • CNC-Fräsen: 850 €/Stück, 8 Wochen Lieferzeit
  • 20 Stück/Jahr = 17.000 €/Jahr

Mit Intamsys FUNMAT PRO 310 NEO (ab 8.000 €):

  • Materialkosten: 45 €/Stück × 20 = 900 €/Jahr
  • Betriebskosten: 200 €/Monat = 2.400 €/Jahr
  • Gesamtkosten: 3.300 €/Jahr
  • Ersparnis: 13.700 €/Jahr → Amortisation in 7 Monaten

Schritt 5: Systemempfehlung und Konfiguration

Basierend auf Bauteil-Analyse, Verfahrenswahl und Wirtschaftlichkeit empfehlen wir eine konkrete Systemkonfiguration. Dabei berücksichtigen wir:

  • Bauvolumen: Größte Teile bestimmen das Minimum
  • Materialien: Höchste Temperaturanforderung bestimmt das System
  • Durchsatz: Stückzahl/Monat bestimmt Druckeranzahl
  • Post-Processing: Wird ein Waschsystem, Härteofen oder Sift-System benötigt?
  • Budget: Kauf, Leasing oder Mietmodell?

3D-gedruckte Industriebauteile — Jigs, Fixtures und Funktionsteile aus FDM-Druck
3D-gedruckte Industriebauteile — Jigs, Fixtures und Funktionsteile aus FDM-Druck

Schritt 6: Demo, Testdruck und Einführung

Bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen, laden wir Sie zu einer kostenlosen Live-Demo in unserem Showroom in Nürnberg ein. Sie bringen Ihre Zeichnungen oder CAD-Dateien mit — wir drucken Ihr Bauteil oder ein ähnliches Referenzteil vor Ihren Augen.

Das Angebot enthält:

  • Drucker + alle Zubehörteile
  • Materialstarterpaket für 3–6 Monate
  • Software-Lizenzen (PreForm, Exscan, etc.)
  • Installation und Inbetriebnahme bei Ihnen
  • Schulung für Ihre Mitarbeiter (1–2 Tage)
  • 12 Monate After-Sales-Support

Für welche Unternehmen lohnt sich eine Beratung besonders?

Unsere Erfahrung zeigt: Der ROI ist am höchsten bei:

  1. Maschinenbauer mit hohem Bedarf an Sondervorrichtungen
  2. Medizintechnik-Unternehmen mit PEEK/PPSU-Anforderungen
  3. Automotive-Zulieferer für Prototypen und Betriebsmittel
  4. Dental-Praxen und -Labore für Modelle und Schienen
  5. Forschungseinrichtungen für schnelle Prototypen-Iterationen

Fazit: Systematisch statt intuitiv entscheiden

Ein 3D-Drucker ist eine Investitionsentscheidung — keine Impulskaufe. Unsere strukturierte Analyse gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie das richtige System für Ihre Anforderungen kaufen. Und falls sich herausstellt, dass der ROI noch nicht stimmt, sagen wir Ihnen das auch.

Ihr nächster Schritt: Buchen Sie jetzt Ihr kostenloses Erstgespräch — online per Microsoft Teams oder persönlich in unserem Showroom Nürnberg. In 60 Minuten wissen Sie, ob und welcher 3D-Drucker für Sie der richtige ist.

Kontakt: +49 911 94576 75 | info@3d-drucker-vertrieb.com | Beratung buchen

Tags:

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