Begriffe einfach
erklärt.
Von FDM bis PEEK, von Schichthöhe bis Reverse Engineering — das Nachschlagewerk für alle wichtigen Begriffe aus der Welt des 3D-Drucks und 3D-Scannens.
FDM
Fused Deposition Modeling
Schmelzschichtverfahren, bei dem ein Kunststofffilament erhitzt und schichtweise extrudiert wird. Das gängigste und vielseitigste 3D-Druckverfahren — von Prototypen bis zu industriellen Funktionsteilen.
SLA
Stereolithografie
Verfahren, bei dem flüssiges Photopolymer-Harz durch einen UV-Laser punktgenau ausgehärtet wird. Bietet die höchste Oberflächengüte und Detailauflösung — ideal für Dental, Schmuck und Feinmechanik.
SLS
Selektives Lasersintern
Pulverbasiertes Verfahren, bei dem ein Laser Kunststoffpulver (meist PA12) schichtweise sintert. Keine Stützstrukturen nötig, komplexe Geometrien möglich — ideal für Kleinserien und funktionsfähige Bauteile.
FGF
Fused Granulate Fabrication
Auch Pellet-Druck genannt. Statt Filament wird Kunststoffgranulat direkt extrudiert — deutlich günstigere Materialkosten und höhere Durchsatzraten. Ideal für Großformat-Druck und industrielle Serienfertigung.
CFF
Continuous Fiber Fabrication
Verfahren, bei dem Endlos-Carbon-, Kevlar- oder Glasfasern kontinuierlich in das Bauteil eingelegt werden. Erreicht Aluminium-ähnliche Festigkeit bei deutlich geringerem Gewicht.
PEEK
Polyetheretherketon
Hochleistungspolymer mit Dauergebrauchstemperatur bis 250°C, exzellenter Chemikalienbeständigkeit und Biokompatibilität nach ISO 10993. Ersatz für Metall in Luftfahrt, Medizintechnik und Maschinenbau. Erfordert Hochtemperatur-Drucker.
PEI
Polyetherimid (ULTEM)
Hochtemperatur-Thermoplast mit hoher Festigkeit und Flammhemmung. Dauergebrauchstemperatur bis 200°C. Häufig in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Elektrotechnik eingesetzt.
PPSU
Polyphenylsulfon
Hochleistungspolymer mit außerordentlicher Schlagzähigkeit und Temperaturbeständigkeit bis 220°C. Autoklavierbar und chemisch beständig — Standardmaterial für medizinische Instrumente und Sterilisationsanwendungen.
PLA
Polylactide
Biologisch abbaubares Polymer aus nachwachsenden Rohstoffen. Leicht zu drucken, geruchsfrei, gute Detailgenauigkeit. Standardmaterial für Prototypen und Anschauungsmodelle.
ABS
Acrylnitril-Butadien-Styrol
Technischer Kunststoff mit guter Schlagzähigkeit und Wärmebeständigkeit bis 105°C. Standardmaterial für funktionale Prototypen und Gehäuseteile. Erfordert beheizte Bauplatte.
ASA
Acrylester-Styrol-Acrylnitril
UV-beständige Alternative zu ABS. Behält Farbe und mechanische Eigenschaften auch bei dauerhafter Außenbewitterung. Ideal für Automobil-Außenteile und Gartenanwendungen.
PETG
Polyethylenterephthalat-Glykol
Lebensmitteltauglicher, UV-beständiger Kunststoff mit guter Schlagzähigkeit. Leicht zu drucken, gute Chemikalienbeständigkeit. Häufig für Behälter, Abdeckungen und funktionale Bauteile.
Nylon (PA12)
Polyamid 12
Hochfestes, verschleißfestes und schlagzähes Polymer. Gute Chemikalienbeständigkeit und niedrige Feuchtigkeitsaufnahme. Sowohl im FDM- als auch im SLS-Druck einsetzbar.
TPU
Thermoplastisches Polyurethan
Elastisches, flexibles Material mit Shore-Härte 90A–95A. Gummiartige Eigenschaften — ideal für Dichtungen, Dämpfungen, Griffe und flexible Gelenke.
Carbonfaser (CF)
Carbonfaser-verstärkte Filamente
Mit Kurz- oder Endlos-Carbonfasern verstärkte Thermoplaste. Erreichen bis zu 800 MPa Zugfestigkeit. Kurzfasern erhöhen Steifigkeit, Endlosfasern erreichen Aluminium-Stärke.
Schichthöhe
Layer Height
Die Dicke jeder gedruckten Schicht, typischerweise 0,05–0,3 mm bei FDM. Kleinere Schichthöhe = höhere Detailauflösung und glattere Oberfläche, aber längere Druckzeit.
Infill
Füllstruktur
Das innere Füllmuster eines Bauteils, meist 10–30% bei Funktionsbauteilen. Beeinflusst Gewicht, Druckzeit und mechanische Festigkeit. Häufige Muster: Gitter, Waben, kubisch.
Support
Stützstruktur
Temporäre Strukturen, die Überhänge während des Drucks stützen. Bei FDM oft löslich (PVA/HIPS) oder mechanisch entfernbar. Bei SLS nicht nötig — das Pulverbett stützt das Bauteil.
Warping
Verzug
Das Aufrollen oder Verziehen der Bauteilkanten durch ungleichmäßige Abkühlung. Besonders bei ABS und ASA problematisch. Vermieden durch beheizte Bauplatte und geschlossene Baukammer.
Slicer
Slicer-Software
Software, die ein 3D-Modell (STL/OBJ) in Druckanweisungen (G-Code) umwandelt. Legt Schichthöhe, Füllung, Druckgeschwindigkeit und Bahnen fest. Bekannte Slicer: Cura, PrusaSlicer, PreForm, CHITUBOX.
Reverse Engineering
Reverse Engineering mit 3D-Scan
Prozess, bei dem ein physisches Bauteil mit einem 3D-Scanner digitalisiert wird, um ein CAD-Modell zu rekonstruieren. Ermöglicht die Reproduktion von Ersatzteilen ohne vorhandene Konstruktionsdaten.
Biokompatibilität
Biokompatibel nach ISO 10993
Bescheinigt, dass ein Material sicher für Kontakt mit menschlichem Gewebe ist. Erforderlich für medizinische Produkte, Implantate und Dentalanwendungen. PEEK, PA12 und spezielle SLA-Harze sind häufig biokompatibel.
Autoklavieren
Autoklavierbar
Widerstandsfähigkeit gegen Sterilisation mit gespanntem Dampf bei 121–134°C. Materialien wie PEEK, PPSU und PA12 sind autoklavierbar und daher für medizinische Mehrweginstrumente geeignet.
Jigs & Fixtures
Werkzeugbau aus dem 3D-Drucker
Individuelle Vorrichtungen, Halterungen und Lehren aus dem 3D-Drucker. Ersetzen teure CNC-gefräste Werkzeuge — in Tagen statt Wochen, bei deutlich geringeren Kosten.